Körperverletzung – § 340 StGB

§ 340 StGB – Körperverletzung im Amt 

Straftatbestand 

Die Körperverletzung im Amt setzt die Verwirklichung des Grundtatbestands nach § 223 StGB voraus. Die Körperverletzung im Amt zeichnet sich dadurch aus, dass die Körperverletzung durch eine Amtsträger während der Dienstausübung oder in Beziehung auf seinen Dienst begeht oder begehen lässt. 

Tatbestandsvoraussetzung ist vor allem die Amtsträgereigenschaft. Amtsträger gem. § 11 Abs. 1 Nr. 2 ist: „wer nach deutschem Recht Beamter oder Richter ist, in einem sonstigen öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis steht oder sonst dazu bestellt ist, bei einer Behörde oder bei einer sonstigen Stelle oder in deren Auftrag Aufgaben der öffentlichen Verwaltung unbeschadet der zur Aufgabenerfüllung gewählten Organisationsform zunehmen“.

 Während der Ausübung des Dienstes meint hierbei, dass der Amtsträger die Körperverletzung während einer Zeit begeht, in welcher er als Amtsträger befugt ist. Hierbei muss der Amtsträger also gerade seine Stellung als Träger eines Amtes missbrauchen. In Beziehung auf seinen Dienst meint, dass der Amtsträger die Körperverletzung gerade durch einen sachlichen Zusammenhang begeht, es ist also kein zeitlicher oder örtlicher Zusammenhang erforderlich. Wie auch bei der Dienstausübung ist es hier notwendig, dass der Amtsträger seine Position missbraucht. Ein sachlicher Zusammenhang ist unter anderen bereits gegeben, wenn der Amtsträger beispielsweise in seiner Freizeit als Amtsträger auftritt.

 

Strafrechtliche Folgen 

Strafrechtliche Folgen sind bei der Körperverletzung im Amt eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis hin zu 5 Jahren. Liegt ein minder schwerer Fall vor, so ist die Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Des Weiteren ist gerade bei der Körperverletzung im Amt auch mit einem Disziplinarverfahren, sowie einen Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis zu rechnen. Die Körperverletzung im Amt hat somit weitreichende Folgen bis in den privaten und beruflichen Bereich. 

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Da bereits der Grundtatbestand der Körperverletzung ein hohes Strafmaß hat, sollten Sie dringlichst einen erfahrenen Strafverteidiger kontaktieren. Dieser wird Akteneinsicht beantragen und eine Strategie mit Ihnen entwickeln, um die Strafe weitestgehend abzumildern oder sogar eine Verfahrenseinstellung zu erreichen. Bedenken Sie, dass auch eine Geldstrafe mehrere Netto-Monatsgehälter bedeuten kann und das auch diese bei entsprechender Höhe in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen wird. Wenden Sie sich an einen versierten Rechtsanwalt, der Ihnen die Möglichkeiten aufzeigt und Sie bestmöglich verteidigt, vor und im Gerichtsverfahren.