Diebstahl

Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, begeht ein einen Diebstahl nach § 242 StGB. 

Wann ist der Straftatbestand nach § 242 StGB einschlägig ?

Um den Straftatbestand des § 242 Abs. 1 StGB zu verwirklichen, muss der Täter eine fremde bewegliche Sache wegnehmen. Eine fremde bewegliche Sache ist ein körperlicher Gegenstand, der im Eigentum eines anderen steht. Der Gegenstand / Die Sache muss beweglich sein oder beweglich gemacht werden können. Eine Wegname ist der Bruch fremden Gewahrsam und die neuen Gewahrsams. Gewahrsam meint hierbei die tatsächlich, willensbetragende Sachherrschaft einer natürlichen Person. Der Gewahrsam, wird folglich gebrochen, wenn die Wegnahme gegen den Willen des Eigentümers erfolgt. Neuer Gewahrsam ist hingegen gebildet, wenn der Täter die tatsächliche Sachherrschaft über die Sache derart erlangt hat, dass der bisherige Gewahrsamsinhaber nicht mehr auf die Sache einwirken kann. Die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache muss vorsätzlich erfolgen. Herbei ist es bereits ausreichend, wenn sich die Wegnahme auf keinen konkreten Gegenstand bezieht, sondern lediglich auf die Wegnahme stehlenswerter Sachen. Im Zeitpunkt der Wegnahme, des Gewahrsamswechsels, muss der Täter mit der Absicht handeln, sich oder einen Dritten die Sache rechtswidrig zuzueignen. Genauer er muss mit Aneignungs- und Enteignungsvorsatz handelt. Die Zueignungsabsicht muss zudem rechtswidrig sein. Dies wird nicht strafrechtlich sondern zivilrechtlich betrachtet. 

 

Rechtsfolgen des § 242 StGB

Bei einem vollendeten Diebstahl kommen sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Konsequenzen auf Sie zu. Aus strafrechtlicher Sicht müssen Sie mit einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Wobei der Versuch strafbar, gem. § 242 Abs. 2 StGB, ist. Gem. § 248 a StGB ist der Diebstahl ein Antragsdelikt, sobald die Sache geringwertig ist. Das bedeutet, dass die Straftat nur auf Grund eines Antrags verfolgt wird oder wenn besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht. Zudem drohen aber auch zivilrechtliche Folgen, wenn der Diebstahl vollendet ist. Vor allem Schadensersatzansprüche können hierbei geltend gemacht werden. 

 

Weitere Arten des Diebstahls 

Der Diebstahl tritt meistens nicht nur in seiner Grundform des § 242 StGB auf. Häufig wird ein schwerer Fall nach § 243 StGB oder eine Qualifikation nach § 244 StGB verwirklicht. Um den schweren Fall zu verwirklichen, muss nach § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 beispielsweise in ein Gebäude, Dienst- oder Geschäftsraum oder in einen anderen umschlossenen Raum eingebrochen, eingestiegen oder sich mit einem falschen Schlüssel Zutritt verschafft werden. Des Weiteren wird der besonders schwere Fall nach § 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 StGB erfüllt, wenn gewerbsmäßig gehandelt wird. Gewerbsmäßig handelt der Täter, wenn er sich von der wiederholten Tatbegehung eine fortlaufende Einnahmequelle von einigem Umfang und einiger Dauer erhofft. Wenn allerdings der besonders schwere Fall verwirklicht wird, so ist das Strafmaß deutlich höher, als nach § 242 StGB. Hier ist die Freiheitsstrafe nicht unter 3 Monaten und bis 10 Jahren, eine Geldstrafe ist nun ausgeschlossen. Die Qualifikation verwirklicht der Täter nach § 244 StGB, wenn er den Diebstahl mit einer Waffe, als Bande oder in eine Wohnung begeht. Waffen sind hierbei alle Gegenstände, die dazu bestimmt sind Menschen erheblich zu verletzten. Als Bande bezeichnet wird eine Tätergruppe von mindestens 3 Personen. Das Strafmaß wiegt hier nicht nur schwerer als das Grunddelikt, sondern auch schwerer als das Regelbeispiel nach § 243 StGB. Es droht eine Freiheitsstrafe nicht unter 6 Monaten, bis zu 10 Jahren. Der Versuch ist sowohl bei § 243 StGB, als auch bei § 244 StGB strafbar.

 

Kontaktieren Sie uns  

Sollte der bisherige Gewahrsamsinhaber ein inneres Einverständnis hinsichtlich des weggenommen Gegenstandes gehabt haben so liegt kein Diebstahl vor. Zudem treten vor allem bezüglich der Zueignungsabsicht Schwierigkeiten auf, sodass hier ein weiter Auslegungsspielraum geboten ist. Gerade aber auch bei Ersttätern kann oftmals durch einen versierten Strafverteidiger eine Geldstrafe erzielt und eine Haftstrafe abgewendet werden. Regelmäßig liegt ein Mangel an Beweisen vor, wenn nicht sogar der Vorsatz nicht nachweisbar ist. Des Weiteren ist oftmals eine Abgrenzungsproblematik zu anderen Delikten gegeben. Unter anderen die Abgrenzung zur Unterschlagung nach § 246 StGB, aber auch zur straflosen Gebrauchsanmaßung. Kontaktieren Sie einen erfahrenen und versierten Strafverteidiger, der Ihnen diese Möglichkeiten aufzeigt und Ihre Interessen Zielgerichtet vertritt. Oftmals kann durch eine zügige Kontaktaufnahme und anschließend zu beantragende Akteneinsicht, bereits ein Strafverfahren verhindert werden. Grundsätzlich kann durch die Vertretung eines Rechtsanwalts oftmals die Einstellung des Verfahrens oder eine deutliche Strafmilderung erreicht werden. Kontaktieren Sie uns !