Geschwindigkeitsüberschreitungen

Eines der häufigsten Vergehen im Straßenverkehrsrecht sind die Geschwindigkeitsüberschreitungen. Dieser Verkehrsverstoß hat für viele Straßenverkehrsteilnehmer besonders große Konsequenzen. 

 

Was Sie wissen sollten 

Grundsätzlich gilt, wer die vorgegebene Geschwindigkeit überschreitet und nicht einhält, dem droht ein Bußgeld, Punkte in Flensburg, sowie ein Fahrverbot. Je nach dem, ob Sie Innerorts oder Außerorts geblitzt wurden sind, fällt die entsprechende Strafe aus. Des Weiteren hängt die jeweilige Geschwindigkeit von dem entsprechenden Sicherheitsabschlag ab. Der Sicherheitsabschlag ist von der gefahrenen Geschwindigkeit abziehen, sodass die vorzuwerfende Geschwindigkeit festgestellt werden kann. Hierbei gilt, dass der Sicherheitszuschlag bis 100 km/h, 3 km/h beträgt. Ab einer Geschwindigkeit von über 100 km/h beträgt der Sicherheitszuschlag 3 %. 

Geschwindigkeitsüberschreitung Innerorts und Außerorts

Sobald Innerorts die Geschwindigkeit mit 21 km/h überschritten wird, droht ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro, sowie 1 Punkt in Flensburg. Mit einer Überschreitung von 26 km/h droht neben einem höheren Bußgeld zusätzlich ein Fahrverbot von einem Monat. Umso höher der Geschwindigkeitsverstoß ist, desto empfindlicher sind die Konsequenzen. 

Außerorts droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro, sowie ein Punkt in Flensburg. Wie auch Innerorts droht bei einem Verstoß ab 26 km/h zusätzlich ein Fahrverbot. Keinen Unterschied macht es, ob Sie auf der Autobahn oder der Landstraße geblitzt werden, da Landstraßen rechtlich wie Autobahnen zu behandeln sind, welche grundsätzlich nach den Vorschriften der Verstöße Außerorts zu ahnden sind. 

Beachten sollten Sie jedoch, dass wenn Sie wiederholt die Geschwindigkeit von 26 km/h innerorts, wie außerorts überschreiten, dass folglich häufig nicht mehr von einem Fahrverbot abgesehen wird. (MEHR)

Probezeit 

In der Probezeit, welche sich auf 2 Jahre nach bestandener Fahreignungsprüfung beläuft, gelten strengere Vorschriften. Ab der ersten Geschwindigkeitsüberschreitung muss ein Fahranfänger mit einer Verlängerung der Probezeit um weitere 2 Jahre, sowie gegebenenfalls mit einem Fahraufbauseminar rechnen. 

 

Wie werden Geschwindigkeitsverstöße festgestellt

Um die Geschwindigkeit zu messen und Verstöße festzustellen setzt die Polizei verschiedene Messgeräte ein. Unterschieden wird zwischen stationären und mobilen Blitzanlagen. Häufige Messgeräte sind hierbei: 

Wissen sollten Sie jedoch, das auch im ersten Moment ein unscheinbar wirkendes Polizeifahrzeug, wenn es hinter Ihnen fährt, die Geschwindigkeit messen kann und einen Verstoß feststellen wird. 

Messverfahren und Fehler 

Regelmäßig lässt sich ein Bußgeldbescheid durch Fehler im Messverfahren oder ähnlichem abwenden. Mögliche Gründe bei einem Bußgeldbescheid Einspruch einzulegen können sein: 

  • formale Mängel bei dem Bußgeldbescheid 
  • der Abstand zwischen Messgerät und Geschwindigkeitsbegrenzung ist zu gering 
  • das Messgerät wurde nicht entsprechend der Bedienungsanleitung verwendet und ordnungsgemäß geeicht 
  • die Messbeamten waren nicht ausreichend geschult 
  • das Beweisfoto / Blitzerfoto ist nicht ausreichend identifizierbar 

Um feststellen zu können, ob im Messverfahren ein Fehler gemacht wurde und ihr Bußgeldbescheid dementsprechend Fehlerhaft ist, sollten Sie sich an einen erfahrenen Rechtsanwalt wenden. Dieser wird Akteneinsicht beantragen und gegebenenfalls einen Sachverständigen Gutachter heran ziehen. 

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Vor erst sollten Sie, wenn Sie einen Anhörungsbogen erhalten sich nicht dazu äußern. Auch hier gilt das Aussageverweigerungsrecht. Haben Sie sich als Fahrer bekannt, so ist eine Verteidigung oftmals schwieriger. Kontaktieren Sie daher frühzeitig einen Rechtsanwalt, der Ihnen Ihre Möglichkeiten aufzeigt.

Da es Regelmäßig zu Fehlern im Messverfahren oder ähnlichem kommt, lohnt es sich gerade bei höheren Geschwindigkeitsverstößen Einspruch einzulegen. Eine Verurteilung zu einer Geldbuße sollte nur dann erfolgen, wenn feststeht das die Messung nicht fehlerhaft ist. Wenden Sie sich hierfür an einen versierten Rechtsanwalt. Dieser beantragt Akteneinsicht, um sodann die Messung zu überprüfen. Bedenken Sie, dass ein Fahrverbot auch persönliche Folgen haben kann, wenn Sie beispielsweise beruflich auf Ihren Führerschein angewiesen sind. Um nicht nur ein Fahrverbot, sondern vor allem auch persönliche Folgen zu umgehen, sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen.