Körperverletzung

Die Anzahl von Körperverletzungen in Deutschland ist in den letzten 10 Jahren konstant geblieben und erschreckend hoch. Etwa 550.000 Fälle von Körperverletzungen gibt es jährlich. Gerade bei solch einen hohen Wertung der dementsprechend spezialisierten Abteilungen bei Polizei und Staatsanwaltschaft ist es wichtig, die Eckpunkte des Delikts zu kennen. 

 

Straftatbestände der Körperverletzung 

Bei der Körperverletzungen gibt es neben dem Grundtatbestand § 223 StGB weitere Tatbestände die einschlägig sein können. Bei der Verwirklichung der Körperverletzung kommen folgende Straftatbestände in Betracht: 

§ 223 StGB – Körperverletzung 

Der Grundtatbestand der Körperverletzung ist in § 223 geregelt. Voraussetzung hierfür ist die körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung. Eine körperliche Misshandlung ist jede üble, unangemessene Behandlung, durch die die körperliche Unversehrtheit oder das körperliche Wohlbefinden des Opfers nicht nur unerheblich beeinträchtigt wird. Unter einer Gesundheitsschädigung versteht man das Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen, d.h. eines nachteilig von den normalen körperlichen Funktionen abweichenden Zustandes körperlicher oder seelischer Art. Gerade zwischen der körperlichen Misshandlung und Gesundheitsschädigung kommt es oftmals zu Abgrenzungsschwierigkeiten. So ist es regelmäßig bereits fragwürdig, was eine „nicht nur unerhebliche“ Tathandlung oder ein „normaler“ körperlicher Zustand ist. Ein versierter Strafverteidiger wird diesen weiten argumentativen Spielraum zugunsten des Mandaten auslegen. 

 

Strafrechtliche Folgen der Körperverletzung nach § 223 StGB

Bereits die einfache Körperverletzung hat ein hohes Strafmaß, da sie die körperliche Integrität des Einzelnen schützen soll. Die Strafe beträgt bis zu 5 Jahren Haftstrafe oder eine Geldstrafe, je nach Verwirklichung. Bereits der Versuch ist strafbar. Zu beachten ist aber, dass eine Verurteilung aufgrund des hohen Strafmaßes regelmäßig in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen wird. Ein Eintrag erfolgt, sobald die Haftstrafe über 3 Monate ist oder die Geldstrafe höher als 90 Tagessätze ist. Vor allem bei der Körperverletzung ist die Geldstrafe regelmäßig höher als 90 Tagessätze, sodass es zu einem Eintrag in das Führungszeugnis kommt. Solch eine Eintragung hat weitreichende Konsequenzen im persönliche, sozialen, aber vor allem auch beruflichen Umfeld. Die Körperverletzung nach § 223 StGB hat folglich nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch soziale.  Aber auch zivilrechtliche Folgen sind nicht unüblich, oftmals werden Schmerzensgeld Ansprüche geltend gemacht. 

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Da bereits der Grundtatbestand der Körperverletzung ein hohes Strafmaß hat, sollten Sie sich dringlichst an einen erfahrenen Strafverteidiger wenden. Dieser wird Akteneinsicht beantragen und eine Strategie mit Ihnen entwickeln, um die Strafe weitestgehend abzumildern oder sogar eine Verfahrenseinstellung zu erreichen. Bedenken Sie, dass auch eine Geldstrafe mehrere Netto-Monatsgehälter bedeuten kann und das auch diese bei entsprechender Höhe in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen wird. Wenden Sie sich an einen versierten Rechtsanwalt, der Ihnen die Möglichkeiten aufzeigt und Sie bestmöglich verteidigt, vor und im Gerichtsverfahren.