Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer – § 316a StGB

Lange Zeit war unklar, ab wann im Rahmen des § 316a StGB ein „besonderes Verhältnis im Straßenverkehr“ vorliegt. Nach einen Urteil des Bundesgerichtshofs wurde nun Klarheit geschaffen. (MEHR)

 

Wann ist der Straftatbestand des § 316a StGB einschlägig? 

Was versteht man unter einem räuberischen Angriff auf Kraftfahrer?

Um sich nach § 316a StGB strafbar zu machen muss eine von außen hinzutretende Person oder ein Mitfahrer, um einen Raub (§§ 249, 250 StGB), einen räuberischen Diebstahl (§ 252 StGB) oder eine räuberische Erpressung (§ 255) zu begehen, einen Angriff auf Leib oder Leben oder die Entschlussfreiheit des Kraftfahrzeugführers oder des Mitfahrers verüben und dabei die besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs ausnutzen. 

Welche Handlung ist grundsätzlich strafbar? 

§ 316a StGB kann sowohl von einer von außen hinzutretenden Person, als auch von einem Mitfahrer begangen werden. Tathandlung ist im Rahmen des § 316a StGB ein Angriff auf das Leben, die Gesundheit oder die Entschlussfreiheit des Fahrzeugführers selbst oder eines Mitfahrers. 

Ein Angriff ist hierbei jedes feindselige Verhalten, das sich gegen die Rechtsgüter des Fahrers oder Mitfahrers richtet. Bezüglich des Rechtsguts Leib und Leben ist eine unmittelbar auf den Körper zielende Einwirkung notwendig, bei der es zu einer nicht ganz unerheblichen Gefährdung der körperlichen Integrität kommt. Ein Angriff auf die Entschlussfreiheit umfasst hingegen die Formen der Nötigung im Sinne des § 240 StGB

Der ausgeübte Angriff muss gerade „unter Ausnutzung der besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs“ erfolgen. Nach dem Bundesgerichtshof ist dies dann der Fall, wenn der Täter unter Ausnutzung einer sich aus dem fließenden Straßenverkehr ergebenden, eigentümlichen Gefahrenlage für den Kraftfahrzeugführer oder Mitfahrer handelt. Oftmals ist das dann erfüllt, wenn das Opfer verminderte Abwehr- oder Fluchtmöglichkeiten hat. 

Zu beachten ist, dass bei dem räuberischen Angriff auf Kraftfahrer auch die Absicht bestehen muss einen Raub, räuberischen Diebstahl oder eine räuberische Erpressung zu begehen. Der Täter muss also gerade deswegen einen Angriff verüben um im Anschluss ein Delikt zu verwirklichen. 

 

Strafrechtliche Folgen eines räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer 

Der räuberische Angriff auf Kraftfahrer ist ein Verbrechen, dementsprechend hoch ist das Strafmaß. Das Strafmaß beträgt mindestens 5 Jahre Haft. Wird bei der Tat leichtfertig der Tod eines anderen verursacht, so ist die Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren. Der Versuch des § 316a StGB ist ebenfalls strafbar. Außerdem ist zu beachten, dass strafrechtliche Folgen in der Regel auch soziale Konsequenzen haben. Ist das Strafmaß entsprechend hoch, folgt regelmäßig ein Eintrag in das Bundeszentralregister. Vor allem solch ein Eintrag hat oftmals berufliche Konsequenzen

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Wird Ihnen ein räubersicher Angriff auf einen Kraftfahrer vorgeworfen, sollten Sie sich umgehend an einen versierten Strafverteidiger wenden. Gerade da es sich um ein Verbrechen handelt und das Strafmaß hoch ist, empfiehlt es sich bereits frühzeitig einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Desto früher Sie rechtlichen Beistand haben, umso besser sind Ihre Verteidigungschancen. Durch einen Rechtsanwalt kann Akteneinsicht beantragt werden und oftmals mit einer entsprechenden Verteidigung ein Freispruch oder eine Strafmilderung erreicht werden.