Schwere Gefährdung der Umwelt durch das Freisetzen von Giften – § 330a StGB

Strafvorwurf 

Nach § 330a StGB macht sich strafbar wer in der Umwelt Stoffe freisetzt, die Gifte enthalten oder Stoffe freisetzt die giftig werden können. Schutzgut im Sinne des § 330a StGB ist der Mensch. Genauer, § 330a Abs. 1 StGB soll die Gesundheit des Menschen schützen. Nach § 330a Abs. 1 macht sich strafbar wer bei einem einzelnen durch Gift eine schwere Gesundheitsschädigung auslöst oder eine große Zahl von Menschen in die Gefahr einer Gesundheitsschädigung bringt. Nach § 330a Abs. 2 StGB macht sich strafbar, wer durch die gleiche Handlung den Tod eines Menschen verursacht. 

Zu beachten ist, dass das fahrlässige Handeln bereits strafbar sein kann. 

 

Strafrechtliche Folgen 

Wird ein Mensch in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung gebracht oder ein eine große Zahl von Menschen in die Gefahr einer Gesundheitsschädigung gebracht so droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr bis zu 10 Jahren Haft. Wird durch die Tat der Tod Nach § 330a Abs. 1 StGB verursacht, ist die Freiheitsstrafe nicht unter 3 Jahren. Wenn die Gefahr im Sinne des § 330a Abs. 4 fahrlässig verursacht droht eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Sollte gegen Sie ermittelt werden und haben Sie eine polizeiliche Vorladung, einen Strafbefehl oder Haftbefehl erhalten, sollten Sie Schweigen. Machen Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Dieses Recht steht Ihnen auch im Nebenstrafrecht zu. Kontaktieren Sie anschließend einen Anwalt. Dieser wird Akteneinsicht beantragen und Ihre Interessen außergerichtlich, als auch gerichtlich vertreten. Umso frühzeitiger Sie sich an einen versierten Rechtsanwalt wenden, desto besser sind Ihre Verfahrenschancen.