Begünstigung – § 257 StGB

Wird einem anderen bei der Begehung einer rechtswidrigen Tat geholfen, macht sich grundsätzlich der Gehilfe strafbar. Bei einigen Delikten, wie unter anderen den Vermögensdelikten, soll das Opfer und die Rechtspflege allerdings besonderen Schutz genießen. Infolge der Begünstigung wird die Wahrscheinlichkeit den vermögenden Gegenstand zurückzuerlangen verringert, da hierdurch die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden erschwert werden. Aufgrund dessen ist die Begünstigung von der Beihilfe abzugrenzen. 

 

Strafvorwurf 

Zunächst setzt eine Strafbarkeit wegen Begünstigung nach § 257 StGB voraus, dass einem Anderen der eine rechtswidrige Tat begangen hat Hilfe geleistet wird. Vorausgesetzt wird weiterhin, dass die Hilfe geleistet wurde, um die Vorteile der Tat zu sichern. Vortaten können alle Taten sein, welche rechtswidrig vom Täter begangen wurden sind. In der Regel handelt es sich um Vermögensdelikte. Zu den Vermögensdelikten zählen unter anderem Raub und Diebstahl, sowie Betrug. Letztlich ist entscheidend, dass der Täter einen Vorteil aus der Vortat erlangt hat. Zu den Vortaten können bereits strafbare Vorbereitungshandlungen, versuchte Tatbegehungen und fahrlässige Straftaten. Zu beachten ist, dass die Vortat lediglich rechtswidrig begangen werden muss und nicht schuldhaft. Der Begünstigende muss schließlich dem Täter, um seinen Vorteil zu sichern, Hilfe leisten. Das Hilfeleisten kann sowohl in einem aktivem Tun oder Unterlassen liegen, mit dem Ziel die erlangten Vorteile vor einer Wegnahme zu sichern. Eine Hilfeleistung kann beispielsweise auch das Ablenken von Verfolgern sein, ein direkter Kontakt mit dem vermögenswerten Vorteil ist nicht erforderlich. 

Zudem muss der Begünstigende mit dem Vorsatz handeln, dass er zum mindest in Kauf nimmt, dass der Vorteil rechtswidrig erlangt wurde, sowie mit der Absicht diesem dem Vortäter zu erhalten. 

Zwischen Beihilfe und Begünstigung zu differenzieren ist für den Laien oftmals schwierig. Dennoch kann sich der Täter entweder wegen Beihilfe oder wegen Begünstigung strafbar machen. Es ist nicht möglich sich wegen beiden strafbar zu machen. Um eine Unterscheidung vorzunehmen muss der Zeitpunkt der Hilfeleistung betrachtet werden. Ist die Haupttat noch nicht vollendet und dient die Hilfeleistung dessen, handelt es sich um eine einfache Beihilfe zur Haupttat. Ist die Haupttat hingegen beendet und dient die Beihilfe der Beutesicherung, handelt es sich um Begünstigung.  

 

Strafrechtliche Folgen

Gemäß § 257 StGB wird die Begünstigung mit bis zu 5 Jahren Haft oder mit einer Geldstrafe bestraft. Zu beachten ist hierbei, dass die Strafe nicht schwerer sein darf als die für die Vortat angedrohte Strafe. Das schließt jedoch nicht aus, dass der Begünstigende härter bestraft wird, als der Vortäter. 

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Ihnen wird Begünstigung vorgeworfen? Dann sollten Sie Schweigen. Machen Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Kontaktieren Sie umgehend einen versierten Strafverteidiger, ob im Ermittlungs- oder Strafverfahren. Vor allem beim Vorwurf der Begünstigung hat ein Strafverteidiger Argumentationsspielraum, machen Sie daher nicht vorschnell eine Aussage. Umso früher Sie einen Rechtsanwalt kontaktieren, desto besser sind Ihre Verteidigungschancen.