Fahrlässige Tötung – § 222 StGB

Die fahrlässige Tötung ist ein sehr häufig begangenes Delikt in Deutschland, mit dementsprechend vielen Verurteilungen. Vor allem im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen und im Straßenverkehr kommt es häufiger zur fahrlässigen Tötung. 

 

Wann ist die fahrlässige Tötung tatbestandsmäßig?

Die fahrlässige Tötung nach § 222 StGB ist dann einschlägig, wenn die Tötung durch fahrlässiges Handeln herbeigeführt wurde. Fahrlässigkeit meint, das Außerachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Der Tötungserfolg wurde folglich nicht durch vorsätzliches, sondern durch ein für den Täter konkret vorhersehbares und vermeidbares Verhalten herbeigeführt. Das Fehlverhalten, beziehungsweise konkret richtige Verhalten ergibt sich im Straßenverkehr aus Rechtsvorschriften der StVO. Im Straßenverkehr liegt beispielsweise fahrlässiges Verhalten regelmäßig bei Geschwindigkeitsverstößen vor. Bei Hundebesitzern kann fahrlässiges Handeln bereits dann gegeben sein, wenn das Tier falsch beaufsichtigt wird. Ebenfalls ist fahrlässiges Handeln verwirklicht, wenn Gefahrenquellen nicht oder nicht ausreichend gesichert werden. Die fahrlässige Handlung muss aber nicht nur vorliegen, sie muss vor allem auch den Todeserfolg herbeigeführt haben. Hierbei wird darauf abgestellt, wie das Geschehen gewesen wäre, wenn der Täter seine Sorgfaltspflichtverletzung beachtet hätte. Der Zusammenhang zwischen der fahrlässigen Tötung und der Handlung ist sodann gegeben, wenn gerade aufgrund der Sorgfaltspflichtverletzung der Erfolg eingetreten ist. 

Der Täter muss außerdem nach seinen persönlichen Fähigkeiten und dem Maß seines individuellen Könnens in der Lage gewesen sein, die Sorgfaltsverpflichtung zu erkennen und zu verhindern. 

Für die Ermittlung, ob fahrlässiges Verhalten vorliegt, werden regelmäßig mehre Sachverständige herangezogen, welche die Umstände beurteilen. 

 

Strafrechtliche Konsequenzen 

Wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht, dem droht eine Haftstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Bedenken Sie, dass eine Geldstrafe auch mehrere Netto-Monatsgehälter umfassen kann. Liegt die Geldstrafe zudem bei über 90 Tagessätzen, wird die Straftat in das Führungszeugnis eingetragen. Zudem drohen weitere soziale Folgen beruflicher oder privater Art.

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Sollte es zu einer Durchsuchung oder Beschlagnahmung kommen, sollten Sie Schweigen. Denken Sie an Ihr Aussageverweigerungsrecht. Alles was Sie sagen kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet. Wir empfehlen Ihnen außerdem sich bereits im Ermittlungsverfahren oder wenn Sie einen Straf- oder Haftbefehl erhalten haben an einen erfahrenen Strafverteidiger zuwenden. Umso früher ein Strafverteidiger berät, desto besser sind Ihre Chancen auf einen Freispruch oder eine geringe Geldstrafe