Hehlerei – § 259 StGB

Der Straftatbestand der Hehlerei stellt grundsätzlich ein Vermögensdelikt dar. Durch die Tat im Sinne des § 259 StGB wird ein Zustand aufrechterhalten, der die Chancen des Opfers die Sache wiederzuerlangen bedeutsam verringert. Zudem erlangt die Hehlerei diese Stellung, da illegal erworbenes Vermögen hierdurch wieder in den legalen Wirtschaftsumlauf gebracht wird. Darüber hinaus kann durch die Hehlerei die vorherige Straftat für den Täter erst lohnenswert werden. 

Wie mache ich mich zwecks einer Hehlerei strafbar?

Tatbestandsvoraussetzungen

Wegen Hehlerei wird bestraft, wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft, sich oder einem Dritten verschafft, die Sache absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern.

Tatobjekt

Der Strafvorwurf der Hehlerei setzt zunächst eine Sache, also ein körperlicher Gegenstand i.S.d. § 90 BGB, als Tatobjekt voraus. Nicht erfasst werden daher Forderungen, sonstige Rechte und wirtschaftliche Werte. Entscheidend ist dabei, dass an der Sache eine rechtswidrige Besitzlage entsteht, weshalb nicht nur fremde, sondern auch herrenlose oder tätereigene Sachen Gegenstand einer Hehlerei sein können. Der Wert der Sache ist dabei nicht von Bedeutung. Infolge dessen kommt als rechtswidrige Vermögenslage nur der unrechtmäßige Sachbesitz in Frage.

Vortat

Die Sache muss durch die Vortat erlangt worden sein. Zu beachten ist, dass die Hehlerei ein Anschlussdelikt darstellt. Das bedeutet das tauglicher Täter ausschließlich derjenige sein kann, der nicht Täter der Vortat ist. Zudem ist es unbeachtlich ob die Tat schuldhaft begangen wurde oder durch einen Entschuldigungsgrund sich rechtfertigen lässt. Entscheidend ist, ob die rechtswidrig erschaffene Vermögenslage durch die Tat im Sinne des § 259 StGB aufrechterhalten wurde. Hierbei ist ebenfalls nicht von Bedeutung, ob die Vortat noch verfolgbar ist oder beispielsweise bereits verjährt. 

Tathandlung

Mögliche Tathandlungen eines Hehlers sind das Sich oder einem Dritten Verschaffen, Ankaufen, Absetzen oder Absetzen helfen. Sowohl das Verschaffen, als auch das Ankaufen meint, dass der Hehler bewusst und gewollt die Verfügungsgewalt über die von der Vortat erlangte Sache erhalten möchte. Voraussetzung ist, dass der Täter und Hehler zusammenwirken. Absetzen und absetzen helfen meint dagegen die wirtschaftliche Verwertung, genauer den Verkauf, des Tatobjekts. Erforderlich ist zudem, dass der Täter bezüglich dieser genannten Kriterien vorsätzlich und mit Bereicherungsabsicht handelt. 

Was ist bezüglich der Qualifikationen bei der Hehlerei zu beachten?

Die gewerbsmäßige Hehlerei im Sinne des § 260 Abs. 1 Nr. 1 StGB stellt eine Qualifikation zur Hehlerei dar. Gewerbsmäßig handelt der Hehler, wenn er sich von der wiederholten Tatbegehung eine fortlaufende Einnahmequelle von einiger Dauer und erheblichen Umfang erhofft. Gemäß § 260 Abs. 1 Nr. 2 StGB wird die bandenmäßige Begehung unter Strafe gestellt. Als Bande handelt, wer sich dazu verabredet die Tat gemeinsam zu begehen. Hierbei ist zu beachten, dass sich mindestens drei Personen zur gemeinsamen Tatbegehung zusammenschließen müssen. 

Gemäß § 260a StGB macht sich strafbar, wer die Hehlerei als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung eines Vermögensdeliktes verbunden hat, gewerbsmäßig begeht. Strafbar ist nach § 260a StGB derjenige, der sowohl gewerbsmäßig, als auch als Mitglied einer Bande handelt. 

Bedenken Sie, dass die Haftstrafe bei beiden Delikten bis zu 10 Jahren beträgt. Eine Geldstrafe ist ausgeschlossen. 

Was sind die strafrechtlichen Folgen?

Die strafrechtlichen Folgen nach § 259 StGB sind je nach Verwirklichung verschieden. Grundsätzlich droht bei einer verwirklichten Hehlerei eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Jedoch passt sich das Strafmaß individuell an. So kann beispielsweise bei einem Wiederholungstäter oder einer Sache von bedeutendem Wert die Haftstrafe über 2 Jahren liegen, mit der Konsequenz das eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Betracht kommt. 

Ebenfalls ist die versuchte Hehlerei gemäß § 259 Abs. 2 StGB strafbar.

Wie Sie vorgehen sollten!

Sollte Ihnen Hehlerei vorgeworfen werden, Schweigen Sie! Machen Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Kontaktieren Sie frühzeitig einen erfahrenen Strafverteidiger, um die Strafe bestmöglich zu reduzieren oder zu vermeiden. Vor allem bei der Hehlerei genießt der Opferschutz eine Sonderstellung, sodass eine versierte Strafverteidigung erforderlich ist. Ein erfahrener Rechtsanwalt wird Akteneinsicht beantragen und das weitere Vorgehen darauf stützend mit Ihnen besprechen. Kontaktieren Sie uns! Termin buchen!