Körperverletzung – § 226 StGB

§ 226 StGB – schwere Körperverletzung 

Die schwere Körperverletzung ist wie die gefährliche Körperverletzung ein Qualifikationstatbestand zur Körperverletzung nach § 223 StGB, genauer eine Erfolgsqualifikation. Das bedeutet des bei der Verwirklichung der schweren Körperverletzung bereits Fahrlässigkeit ausreicht.

 

Straftatbestände

§ 226 StGB nomiert 3 mögliche Folgen, welche eine schwere Körperverletzung begründen. Mögliche Folgen sind hierbei: 

  • das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert 
  • ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann 
  • in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistiger Krankheit oder Behinderung verfällt

Der Verlust ist bereits erreicht, wenn die Fähigkeit im wesentlichen aufgehoben wird. Es ist nicht erforderlich, dass die Fähigkeit vollständig aufgehoben wird. Daher lässt es der Verlust auch bereits ausreichen, wenn ein Ausfall über einen längeren Zeitraum besteht und eine Heilung in absehbarer Zeit nicht eintreten kann. Für die Verwirklichung des Straftatbestandes genügt nach Abs. 1 bereits Fahrlässigkeit. Nach Abs. 2 wird hingegen die absichtliche Begehung des Abs. 1 unter Strafe gestellt. Insofern ist § 226 Abs. 1 StGB eine Qualifikation zu § 226 Abs. 1 StGB Zudem muss ein gefahrenspezifischer Zusammenhang vorliegen. Demnach müsste der qualifizierte Erfolg gerade aufgrund der durch die Verwirklichung des Grunddelikts begründeten typischen Gefahr eingetreten sein. 

 

Strafrechtliche Folgen

Bei der Verwirklichung des § 226 Abs. 1 droht eine Freiheitsstrafe von 1 Jahr bis zu 10 Jahren. Bei der Verwirklichung des Abs. 2 ist die Strafe aufgrund der Absicht erheblich höher. Hier beträgt die Strafe mindestens 3 Jahre. Sowohl nach § 226 Abs. 1, aber auch nach Abs. 2 ist auch der Versuch strafbar. Regelmäßig drohen allerdings nicht nur strafrechtliche Folgen. Auch zivilrechtliche Folgen sind nicht unüblich, hier drohen oftmals Schmerzensgeld Ansprüche. 

 

Wie Sie vorgehen sollten 

Da bereits der Grundtatbestand der Körperverletzung ein hohes Strafmaß hat, sollten Sie dringlichst einen erfahrenen Strafverteidiger kontaktieren. Dieser wird Akteneinsicht beantragen und eine Strategie mit Ihnen entwickeln, um die Strafe weitestgehend abzumildern oder sogar eine Verfahrenseinstellung zu erreichen. Bedenken Sie, dass auch eine Geldstrafe mehrere Netto-Monatsgehälter bedeuten kann und das auch diese bei entsprechender Höhe in das polizeiliche Führungszeugnis eingetragen wird. Wenden Sie sich an einen versierten Rechtsanwalt, der Ihnen die Möglichkeiten aufzeigt und Sie bestmöglich verteidigt, vor und im Gerichtsverfahren.