Körperverletzung – § 229 StGB

§ 229 StGB – fahrlässige Körperverletzung 

Fahrlässige Körperverletzung ist gerade dann erfüllt wenn der Täter ohne Vorsatz handelt. Beziehungsweise der Vorsatz dem Täter nicht nachgewiesen werden kann. Die Grenzen zwischen Fahrlässigkeit und bedingten Vorsatz können allerdings schwer abgrenzbar sein oder auch fließend. 

 

Straftatbestandsverwirklichung 

Um den Straftatbestand des § 229 StGB zu erfüllen muss der Täter fahrlässig handeln. Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Im Einzelfall muss daher geprüft werden, welche Sorgfalt vom Täter verlangt und erwartetet werden kann. Das heißt, wie sich der Täter hätte verhalten müssen und ob der Täter durch sein Verhalten den Sorgfaltsmaßstab missachtet und verletzt hat. Der Täter kann sowohl einfach und grob Fahrlässig handeln. Bei der einfachen Fahrlässigkeit handelt der Täter ohne wissen und wollen zu einer bestimmten Handlung. Bei der groben Fahrlässigkeit hingegen ist dem Täter in der Regel bewusst, dass der schlimmste Fall eintreten kann, jedoch vertraut er darauf, dass es nicht soweit kommen wird. Grobe Fahrlässigkeit liegt beispielsweise vor, wenn eine rote Ampel überquert wird und der Täter zwar weiß das Fußgänger die Straße überqueren könnten, aber er darauf vertraut, dass er es zuvor schafft. 

 

Strafrechtliche Folgen 

Wird die fahrlässige Körperverletzung verwirklicht droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe. Zu beachten ist jedoch, dass die fahrlässige Körperverletzung nach § 230 StGB ein Antragsdelikt ist. Das bedeutet, dass die Tat nur dann strafrechtlich verfolgt wird, wenn das Opfer selbst oder ein gesetzlicher Vormund einen Antrag hierfür stellt. Eine fahrlässige Körperverletzung ohne Anzeige wird nicht weiter verfolgt. Ebenfalls ist der Versuch einer fahrlässigen Körperverletzung nicht strafbar. 

 

Wie Sie vorgehen sollten

Vor allem fahrlässige Taten können schnell verwirklicht werden. Im alltäglichen Leben wird oftmals die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen. Sollte Ihnen die fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen werden, wenden Sie sich umgehend an einen Strafverteidiger. Machen Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und schweigen Sie. Desto früher Sie einen versierten Strafverteidiger kontaktieren, umso besser sind Ihre Chancen für eine Verfahrenseinstellung.