Körperverletzung – § 229 StGB

Wann ist der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung gem. § 229 StGB einschlägig? 

Eine fahrlässige Körperverletzung ist dann erfüllt, wenn der Täter keinen Vorsatz auf das Herbeiführen einer Körperverletzung beim Opfer hatte. Grundsätzlich genügt für den Vorsatz, dass der Täter den Erfolgseintritt für möglich hält und diesen billigend in Kauf nimmt (sog. bedingter Vorsatz). Allerdings ist eine Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingten Vorsatz in vielen Fällen sehr kompliziert. Hier kommt es auf eine vollständige Auswertung des Sachverhalts und darauf aufbauende schlüssige Argumentation an. So kann etwa gegen Vorsatz sprechen, dass der Täter sich durch die Handlung selbst gefährdet hätte. Für die Annahme von Vorsatz spricht hingegen häufig die abstrakte Gefährlichkeit der Tathandlung. Gerade bei derartigen Abgrenzungsschwierigkeiten ist unverzüglich ein Anwalt zu Rate zu ziehen. 

Tatbestandsvoraussetzungen 

Um den Straftatbestand des § 229 StGB zu verwirklichen, muss der Täter fahrlässig handeln und dadurch eine Körperverletzung im Sinne des § 223 StGB herbeiführen. Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Im Einzelfall muss daher geprüft werden, welche Sorgfalt vom Täter verlangt und erwartetet werden konnte. Das heißt, wie sich der Täter hätte verhalten müssen und ob der Täter durch sein Verhalten den Sorgfaltsmaßstab missachtet und damit verletzt hat.

Die Handlung des Täter muss auch subjektiv vorwerfbar sein. Dies bestimmt sich nach den persönlichen Kenntnissen und Fähigkeit des Täters.

Einer fahrlässigen Körperverletzung kann auch durch Unterlassen verwirklicht werden. 

Eine fahrlässige Körperverletzung kommt demzufolge in Betracht, wenn ein Warnschild mit dem Hinweis auf einen frisch gewischten Boden nicht aufgestellt wird. Es kommt hier jedoch wie häufig auf den Einzelfall an. So kann ein solcher Fall auch anders entschieden, wenn die feuchten Stellen für Benutzer leicht erkennbar gewesen sind. 

Wie wird die fahrlässige Körperverletzung bestraft? 

Wird die fahrlässige Körperverletzung verwirklicht, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe. Zu beachten ist jedoch, dass die fahrlässige Körperverletzung nach § 230 StGB ein (relatives) Antragsdelikt ist. Die Tat wird demnach nur auf Antrag verfolgt,  es sei denn, ein besonderes öffentliches Interesses besteht. 

Kontaktieren Sie uns

Vor allem fahrlässige Taten können schnell verwirklicht werden. Im alltäglichen Leben wird oftmals die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen. Sollte Ihnen fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen werden, wenden Sie sich umgehend an einen Strafverteidiger. Machen Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und schweigen Sie. Desto früher Sie einen versierten Strafverteidiger kontaktieren, umso besser sind Ihre Chancen für eine Verfahrenseinstellung. Termin buchen!